• Buchebner Julia

Zu viel Wissen & zu wenig Weisheit! Warum wir im 21. Jhd. eine Revolution des Geistes brauchen


Der Mensch ist schon ein tolles Geschöpf. So viele Gaben, Fähigkeiten und Fertigkeiten wurden uns in die Wiege gelegt! Wir können heute Krankheiten heilen. Wir können unsere Häuser mit Energie versorgen. Wir können in kürzester Zeit um den Erdball reisen. Wir können so viel Essen produzieren, dass wir das meiste davon gar nicht aufessen können….


Ich bin dankbar, in einer Welt aufgewachsen zu sein, in der es an nichts mangelt. In der ich den Luxus besitze, über Spiritualität und den Sinn des Lebens nachzudenken, einfach weil alle Bedürfnisebenen darunter gedeckt und erfüllt sind.


Aber gerade weil ich die Freiheit und den Luxus habe, darüber nachzudenken, tu ich es auch. Ich beobachte, ich fühle, ich nehme wahr.


Was ich heute zunehmend wahrnehme, ist eine Welt mit sehr viel Wissen und sehr wenig Weisheit!


Wir können schon in der Unterstufe mathematische Formeln auswendig, aber Mitgefühl hat uns niemand gelernt. Wir können blitzschnell über den Globus twittern, aber herzoffene, aufrichtige Kommunikation beherrschen viele noch immer nicht. Wir können unsere Umweltprobleme analysieren und verstehen, aber zu einer ganzheitlichen Lösung sind wir nicht in der Lage. Wir wissen wie die kleinsten zellulären Prozesse ablaufen, aber nicht wie unsere eigenen Emotionen funktionieren. Wir wissen wie man Wolkenkratzer baut, aber nicht, wie man dem Himmel wirklich näherkommt.

Wir haben da draußen alles erobert – die Berge, die Meere, sogar das All – aber die inneren Welten sind noch gänzlich unerforscht.

Wir haben unendlich viel Wissen angesammelt, aber in unserem Innersten sind wir leer ausgegangen.


Ich frage mich: Wo bleibt die Weisheit in alle dem?


„Weisheit = Wissen + Werte“ sagte mein Nachhaltigkeitslehrer Dr. Alfred Strigl einmal. Wissen kann zu Weisheit werden, wenn es auf einem sinnstiftenden Fundament beruht. Wenn es nicht zum Selbstzweck wird, sondern von lebensdienlichen Werten getragen ist, wie etwa Liebe, Verständnis, Empathie oder Selbsterkenntnis.

  • So ist ein weiser Mediziner etwa nicht einer, der alle Lehrbücher auswendig kennt, sondern einer, dem der ganze Mensch wichtig ist.

  • Eine weise Wissenschafterin ist nicht eine, die die besten Publikationen macht, sondern eine, die genau weiß, warum und wofür sie forscht.

  • Und ein weiser Gärtner ist nicht einer, der den optimalen Schnittzeitpunkt für seine Pflanzen berechnet, sondern einer, der aus Liebe zur Natur mir ihr in Verbindung steht.

Ich glaube Wissen und Weisheit bedingen einander und nur zusammen gewähren sie uns tiefen Einblick in die Geheimnisse des Lebens.

Und doch schreiben wir heute dem Wissen, der Vernunft, der Logik einfach eine viel größere Bedeutung zu als etwa der Intuition, der Reflexion oder der mystischen Erfahrung. Es zählt der akademische Grad und nicht der Grad an Selbsterkenntnis. Es zählen die technischen Errungenschaften und nicht die Siege über die eigene Angst. Es zählen die Fachmeinungen und nicht das, was die innere Stimme sagt.


Und so glauben wir auch immer noch, dass Wissen allein die Probleme der Welt lösen könnte! Dass wir mit genügend Erfindergeist und wissenschaftlichem Fortschritt schon irgendwie aus den gesellschaftlichen Krisen kämen! Da kann man wirklich nur mehr schmunzeln....

Denn was wir heute brauchen, um ein nachhaltiges und lebenswertes 21. Jahrhundert zu erschaffen, ist nicht noch mehr Wissen, sondern mehr Weisheit!

Es braucht ein radikales Umdenken. Einen Paradigmenwechsel. Einen Wandel von materiellen hin zu post-materiellen Werten, sowie von anthropozentrischen hin zu biozentrischen Weltbildern.


Dies kann jedoch nur geschehen, wenn wir den Blick wieder nach innen richten, und dort die uns innewohnende Weisheit finden!

Wenn wir anfangen, unsere gesellschaftlichen Ziele, Werte und Weltbilder zu hinterfragen. Wenn wir anfangen, mit Liebe und Dankbarkeit auf die Welt zu blicken. Wenn wir anfangen, Verantwortung für unser irdisches Dasein zu übernehmen. Wenn wir erkennen, dass wir so viel mehr sind, als diese kleinen abgetrennten Ego´s, für die wir uns die ganze Zeit halten.


Das ist es, was ich eine Revolution des Geistes, eine Revolution der Weisheit nenne.


Weisheit denkt nicht in Schwarz-Weiß, sondern geht über die Polarität hinaus. Weisheit will nicht Recht haben, sondern will das Beste für alle. Weisheit ist kein Blatt im Wind, sondern beständig und erdig. Weisheit achtet nicht auf die Kommastriche, sondern auf die Zusammenhänge, das Verbindende, das Wesentliche.

Diese Weisheit kann man nicht lernen, nur leben!

Also finde, kenne und höre die Stimme der Weisheit in dir! Stärke sie! Folge ihr!

Du musst dafür nicht erleuchtet sein. Du musst auch kein Guru werden. Es genügt, mit wachem Verstand UND wachem Herzen durch´s Leben zu gehen. Denn ist dein Herz mit dabei, ist meist auch die Weisheit nicht mehr weit ;-)

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© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com