• Buchebner Julia

Wie wir Hirn, Herz & Hand in Einklang bringen

Und warum das für die Nachhaltigkeit so wichtig ist, lest ihr hier!


Jeder kennt das doch: der verkopfte Umweltvortrag, der am nächsten Tag schon wieder vergessen ist. Diese Daten und Fakten berühren mich einfach nicht. Was hat dieses Diagramm mit mir zu tun? Am liebsten will ich sagen: „Hören Sie, alles schön und gut, aber Sie sind nur in der Birne! Das kommt nicht bei mir an. Bitte Emotion einschalten! Sonst wird das nix.“

Oder auch schon oft erlebt: der rebellische Aktivist, der davon lebt, gegen das System zu sein und alles darin verteufelt. Der gegen alles wettert, was nicht alternativ, radikal, innovativ genug ist. Am liebsten will ich sagen: „Hey du! Deine militante Haltung des „Dagegen“ dient der Sache nicht. Entspann dich, lass deinen Widerstand los. Sag mir, wofür willst du gehen statt wogegen?“

Und dann gibt es noch einen interessanten Typ Mensch: Der herzoffene, gütige Weltretter. Seine aufopfernde, fürsorgliche, sanfte und heilige Aura hat auch schon so manchen in den Wahnsinn getrieben. Am liebsten will ich sagen: „Hallo du. Irgendwie spür ich in deinem Inneren ziemlich viel Kacke am Dampfen. Kann es sein, dass du eine Menge Wut, Trauer und Schmerz unterdrückst? Werde echt, lass deine Masken fallen und zeig mir, wie stinkig du in Wahrheit bist!“


Ihr seht schon - und ihr kennt es bestimmt auch aus eurem Leben - mit Personen, die recht einseitig im Denken, Fühlen oder Handeln sind, kann es schon mal mühsam werden ;-)

Die einen glauben man müsse nur genug wissen, die anderen glauben man müsse nur genug kämpfen und die wieder anderen glauben, man müsse nur alle lieb haben, dann wird es schon werden.

Dann werden wir als Gesellschaft schon noch den rechten Weg erwischen und das Ruder rumreißen.


Ich glaube, die Wahrheit liegt in der Verbindung dieser Herangehensweisen.

Ja, es braucht das Hirn: das Wissen, die Forschung, die Einsicht, die Vernunft. Ja, es braucht die Handlung: das Engagement, die Aktion, die Rebellion. Und ja, es braucht das Herz, so dringlich: das Mitgefühl, die Liebe zur Erde, eine Ethik des Miteinander. Aber bitte alles zusammen!

Denn das Wissen alleine wird die Welt nicht retten, die Rebellion alleine wird es nicht tun, und die Liebe alleine auch nicht.

Wissenschaft muss lösungsorientiert werden und - wenn sie in der Gesellschaft ankommen will - den Menschen auch im Herzen abholen lernen. Rebellion, Engagement und Aktionismus sollte als hingebungsvolles, bejahendes Handeln verstanden werden, das als Vorbild wirkt und Menschen zum Mitmachen einlädt. Zuguterletzt müssen der Spiritualität Füße wachsen, oder Wurzeln, sodass die Gebete nicht geistig bleiben, sondern auch ganz konkret auf die Erde kommen.


Aber wie können wir das gemeinsame Wirken dieser Kräfte in unserem Alltag kultivieren? Was kannst du ganz konkret tun, um Hirn, Herz & Hand in Einklang zu bringen?


Hier ein paar Beispiele:

  • Wann immer du zum Beispiel wissenschaftlich arbeitest, achte darauf: Ist neben der Problemdarstellung auch genügend motivierender Lösungsweg enthalten und genügend „Gefühl“? Knüpfen deine Konzepte an die echten Lebensrealitäten der Menschen an? Ermutigen sie den Menschen, in seine eigene Kraft zu kommen oder ist es nur ein Katastrophen-Fakten-Dreschen, das einen erstmal umhaut und ohnmächtig macht?

  • Wann immer du verleitet bist, rebellisch zu kämpfen, halte kurz inne und frage dich: ist es ein Kampf für oder gegen etwas? Versuche immer für etwas zu sein, da es dir mehr Kraft verleiht, und Sinn. Lass deine Parolen von Liebe getragen sein und nicht von Gegenwehr und Angst. Es ist besser Brücken zu bauen, statt Fenster einzuschlagen!

  • Und wann immer du dich der Meditation und „anderen Sphären“ hingeben willst, frage dich vorab: Ist es die Sehnsucht nach meinem eigenen Sein das mich ruft, oder flüchte ich vor etwas, was ich in der Welt oder in meinem Leben nicht wahrhaben will? Könnte ich denn nicht, statt für die Welt zu beten, einfach etwas ganz Konkretes tun?

Vielleicht siehst du dich selbst in einer diesen Dimensionen stärker als in den anderen. Dann kannst du mit ein wenig Achtsamkeit auf mehr Gleichgewicht achten. Das Hirn muss ins Herz kommen, und das Herz in die Hand. Du weißt wie das geht!

Wenn Hirn, Herz und Hand zusammen gehen, haben wir alle Kräfte beisammen, die wir brauchen, um eine neue Erde zu schaffen.
0 Ansichten
Verpasse keine Artikel, Meditationen oder News und trage dich hier in den Newsletter ein! Zusendung ca. 1-2 Mal pro Monat.
  • Facebook Social Icon
  • YouTube

© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com