• Buchebner Julia

The Power of Schattenarbeit Teil 2

Wie du deinen Schatten integrieren und damit die Welt ein Stück befreien kannst!

Letzte Woche haben wir uns ja intensiv mit dem Schatten beschäftigt (Artikel Teil 1 siehe hier). Wir haben gesehen, dass er aus verdrängten Anteilen unserer eigenen Persönlichkeit besteht (unerwünschte Charakterzüge, Ängste, alte Wunden, Glaubenssätze, etc.) und dass er uns ziemlich fest im Griff hat, zum Beispiel wenn diese Themen von außen getriggert werden, oder wenn wir sie auf andere Menschen projizieren. Wir haben auch gesehen, welche Strategien und Geschütze wir auffahren, nur um diese vermeintlich negativen, dunklen Aspekte in uns nicht zu fühlen zu müssen, und welche nachteiligen Auswirkungen das auf unser Zusammenleben hat.


Heute im Teil 2 von "The Power of Schattenarbeit" sehen wir uns an, wie Schattenarbeit ganz konkret funktioniert.


Dafür versetz dich erstmal in die Position des Schattens. Ganz ehrlich: Wie würdest du dich fühlen, wenn du zum Ganzen dazugehörst, aber ständig ausgegrenzt und ausgeblendet wirst? Findest du das toll? Nein! Du willst auch gesehen, anerkannt, geachtet werden! Du willst auch liebgehabt werden! In Wahrheit bist du gar nicht so böse wie immer alle glauben. Du kommst mit großen Geschenken, aber nicht jeder ist bereit dafür. Meine Frage an dich: Bist Du bereit, deinen Schatten in dein Herz zu nehmen?


So kannst du Schritt-für-Schritt deinen Schatten integrieren!

Schritt 1: Wahrnehmen & Bewusst machen

Zuerst muss es dir überhaupt mal auffallen, dass gerade nicht du selbst, sondern dein Schatten am Werk ist. Anfangs erkennen wir es meist erst im Nachhinein, wenn wir uns fragen: Hm, was hat mich da eigentlich geritten? Was hat mich da eigentlich so verletzt? Später, wenn wir schon etwas mehr Übung und Achtsamkeit haben, können wir direkt in der Situation den aufkeimenden Schatten erkennen und bekommen die Wahl über unsere Reaktion. Ich würde raten, vor allem die immer wiederkehrenden Muster und Triggerpunkte genauer unter die Lupe zu nehmen: welche Ängste oder Glaubenssätze müssen wohl in mir schlummern, dass ich solche Menschen oder Situationen immer wieder anziehe? Was will da eigentlich gesehen werden? Auch wenn in der bewussten Reflexion mit dem Verstand noch nicht die Lösung liegen kann (denn die ist nur auf der emotionalen Ebene zu finden, siehe Schritt 3), so ist dies doch der erste Schritt und öffnet uns überhaupt erst für die Möglichkeit, die Realität aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen.

Schritt 2: Anerkennen & JA sagen

Im Moment wo dir dein Schatten bewusst wird, sollte dein erster Gedanke sein: WILLKOMMEN! Schön, dass du dich zeigst! Danke dass ich die Gelegenheit bekomme, durch dich mehr über mich selbst zu erfahren und ganz zu werden! Begegne deinem Schatten mit Anerkennung und Wertschätzung, lass deine negative Bewertung los. Jeder Schatten bringt auch Positives und Schönes mit sich. SAG JA zu dem Geschenk, das du durch die Integration erhalten wirst. Erst durch diese offene Haltung kannst du dich auch auf emotionaler Ebene für deine Schattenaspekte öffnen.

Schritt 3: Fühlen & ausdrücken

Jetzt kommt der wichtigste Teil. Schaffe dir Möglichkeiten, wo du ungestört deine Schattenanteile fühlen und ausdrücken kannst. Weine bei Trauer! Schreie bei Wut! Werde zur Eifersucht, zur Gier, zum Dämon. Mach es spielerisch. Aber wage es! Geh rein und erfahre am eigenen Leib wie sich das vermeintlich Böse in dir anfühlt, verhält, ausdrückt.

Auch C.G. Jung sagte schon: "Heilung durch Erleben!" Ich garantiere dir, dass ist der schnellste Weg zur Integration.

Methoden, die dir dafür einen guten Rahmen bieten sind z.B. aktive und karthatische Meditationen (z.B. Dynamische Meditation von OSHO, AUM-Meditation), bestimmte Formen der Körper- und Atemarbeit (z.B. Grinberg, Holotropes Atmen, Ausdruckstanz), geführte Meditationen (z.B. die QLB von Jeru Kabbal, Veit Lindau, oder „Gefühle fühlen“ von mir) sowie Selbsterfahrungsseminare aller Art, die sich mit Schattenthemen befassen. Ein wichtiges Prinzip beim Fühlen ist, dass du es zwar voll und ganz ausdrückst und in deinem Körper fühlst, aber es nicht dramatisierst oder dich damit zu stark identifizierst. Es geht um ein aktives Zulassen, aber ohne diese Kommentare wie „Ich armer Mensch! Ich bin ja sooo verlassen und einsam!“ Bleib einfach im Beobachten, im Gewahrsein, in der Wahrnehmung, während sich auf der Bühne deines Körpers das Schattenwunder entfaltet. Das Ganze braucht Übung, denn der Grat zwischen Unterdrückung, Fühlen und Identifikation ist schmal und die Gefahr, sich selbst auszutricksen groß 😉 Also verzage nicht, und gehe weiter. The only way out is through!

Schritt 4: Tiefes Verstehen & Verantwortung

Wenn die emotionale Ladung halbwegs draußen ist, kannst du in echte Beziehung zu deinem Schatten treten. Frage ihn, was du für ihn tun kannst, ob er noch etwas braucht von dir. Du kannst mit ihm reden, ja wirklich! Und das kann sehr berührend sein und dich ganz weit machen. Viele Tränen können fließen. Zeig ihm dein Verständnis, erkenne die mannigfaltigen Gründe für seine Existenz. Sieh, wie alles aus guter Absicht entstanden ist: Du wolltest dich schützen. Du wolltest geliebt sein. Du wolltest dazugehören. Umarme dich selbst mit deinem Verständnis und Mitgefühl! Es ist die Zeit, alles in Herz zu nehmen, und dich selbst in Liebe einzuwickeln. Erkenne, du bist deines Glückes Schmied und auch deines Schattens Schmied. Übernimm Verantwortung. In dir ist alles vorhanden, was du für deine eigene Heilung brauchst.


Einen integrierten Schatten erkennst du daran, dass es nach hoher Intensität auf einmal ganz weit und still wird in dir.

Der Teil, der vorher unterdrückt wurde, entspannt sich, der Kampf ist zu Ende. Du fühlst dich frei, friedlich und leicht. Der Schatten schwindet, Licht tritt an seine Stelle. Du bist nicht mehr Gefangene/r deiner unbewussten Reaktionen. Damit gehen auch deine Projektionen langsam zu Ende. Du kämpfst nicht mehr im Außen. Vielmehr entwickelst du Toleranz und Mitgefühl für andere, weil du auch ihren Schatten sehen und verstehen kannst. In dir kann Liebe wachsen. Du bist frei zu wählen, aus Liebe zu handeln. Und genau das wirst du auch tun.

Und jetzt sag mir: was könnte dieser Welt Besseres passieren als dass solche Menschen auf ihr wandeln?
120 Ansichten
Verpasse keine Artikel, Meditationen oder News und trage dich hier in den Newsletter ein! Zusendung ca. 1-2 Mal pro Monat.
  • Facebook Social Icon
  • YouTube

© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com