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Resilient in stürmischen Zeiten: 6 Tipps für einen positiven Umgang mit Krisen

Text: Julia Buchebner, Bild: Elena Anders


Große Veränderungen haben sich ins Land gelegt. Sie haben uns tief erschüttert, unsere Gewohnheiten gebrochen, unsere normale Welt auf den Kopf gestellt. In solch stürmischen Zeiten gehen auch die inneren Wogen ordentlich hoch! Von Angst, Sorgen, Frust, Überforderung bis hin zu Optimismus, Dankbarkeit und Hoffnung ist bestimmt auch bei dir vieles dabei.


Ich möchte dir heute ein paar Tipps mitgeben, die dich darin unterstützen können, stark und kraftvoll durch die kommende Zeit zu wandeln.


Denn auch wenn wir nicht wissen, was die Zukunft bringt: aus dem Hier und Jetzt können wir immer das Beste machen! Das Morgen liegt vielleicht nicht in unserer Hand, aber das Heute tut es. Wir können heute dafür sorgen, einmal gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Wir können heute Kraft und Liebe investieren, um das Morgen zu einer Zeit voller Glück und Hoffnung zu machen.


Das Neue wird, wie wir es gestalten! Corona ist, was wir draus machen! Darum hier ein paar Anregungen (u.a. aus der Resilienzforschung) für einen positiven Umgang mit der Krise:

1. Lass das Chaos und die Erschütterung zu!

Das Alte geht, aber das Neue ist noch nicht da. Diese Unsicherheit muss ausgehalten und ganz bewusst durchlebt werden. Klar, so einen Kontrollverlust mag niemand gerne! Aber jedes Mal, wenn es uns gelingt, uns ein stückweit mehr hinein zu entspannen in den Lauf der Dinge, ein stückweit mehr loszulassen und zu vertrauen, desto leichter fällt es uns. Die Veränderung kommt sowieso. Akzeptieren wir es! Wir hatten lange genug die Zügel in der Hand, dabei aber vieles gegen die Wand gefahren. Erlauben wir doch für ein paar Momente, die schöpferische Zerstörung und das Leben selbst walten zu lassen. Im Chaos, im Nicht-Wissen liegt das volle Transformationspotenzial.

2. Widme dich deinen inneren Prozessen!

Das Chaos triggert unsere Emotionen und Ängste natürlich massiv. Genau darum ist es so wichtig, jetzt gut auf uns schauen und uns bewusste Zeiten der Reflexion gönnen, in denen wir unseren Gefühlen und Schattenaspekten achtsam begegnen können. Unsere Ängste wollen gesehen und angenommen werden, schlummern sie doch schon so lange in uns. Schaffe Räume, wo du dich dir selbst liebevoll zuwenden kannst. Vielleicht magst du eine Meditation versuchen oder ein Tagebuch starten? Finde deinen Weg, konstruktiv mit der Situation und den aufkeimenden Gefühlen umzugehen. In der Begegnung mit deinem tiefsten Schatten liegt auch deine größte Heilung.

3. Bleib klar im Kopf!

So wie dein Körper Hygiene und gute Nahrung braucht, so braucht das auch dein Geist. Also sei selektiv und wähle bewusst. Du kannst z.B. damit aufhören, Medien zu konsumieren, die dich nervös machen oder deine Angst zusätzlich triggern. Es reicht, wenn wir uns 1 Mal pro Tag die aktuellen Todeszahlen reinziehen. Steigere dich nicht rein, sondern bleib klar und bewerte die Krise adäquat: weder die Untertreibung („Die Grippe ist ja viel schlimmer“) noch die Übertreibung („ich muss jetzt Tonnen von Klopapier kaufen“) sind jetzt passend. Tu und nimm viel von dem was dich nährt und stärkt! Nur so kannst du auch anderen ein Fels in der Brandung sein.

4. Finde Sinnhaftigkeit in der Krise!

Natürlich ist nicht jeder mit gesundem Optimismus geboren. Aber wenn du dem Ganzen auch nur ein Fünkchen Positives abgewinnen kannst, bist du schon gut dabei. Welche Aspekte des Zeitgeschehens kannst du positiv wahrnehmen? Vielleicht berührt es dich, dass die Delfine wieder zu den Stränden schwimmen. Oder du genießt, dass die öffentliche Hektik nachlässt. Vielleicht freust du dich, dass Menschen über neue Wege wieder zueinander finden. Wenn wir in schweren Zeiten nach dem Guten, dem Schönen, dem Wahren suchen, können sich unerwartete Chancen öffnen und Entbehrungen zu ungemein wertvollen Erfahrungen werden!

5. Nutze die Zeit für positive Lösungen und neue Visionen!

Vergeude diese wertvolle Zeit nicht mit unnützen Ablenkungen. Stelle dich den wichtigen Fragen: Was willst du im Leben wirklich machen? Welche deiner Werte willst du endlich leben? Was will durch dich in die Welt kommen? Jetzt hast du die Gelegenheit, deinen Geist zu weiten und deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Du bist ein selbstständiges, kreatives, wunderbares Wesen! Nutze deine Fähigkeiten, setze dir neue Ziele! Jetzt ist nicht die Zeit, um in der Opferrolle zu verharren und den Kopf in den Sand zu stecken. Du gestaltest Gegenwart & Zukunft mit! Also finde heraus, was du tun willst, und sei das Geschenk, zu dem du geboren wurdest.

6. Verbinde dich mit anderen Menschen!

Qualitätsvolle, nährende Beziehungen sind das A und O in jeder Krise. Suche dir Menschen, die dich verstehen, die mit dir schwingen, bei denen du dich aufgehoben und zugehörig fühlst. Menschen, mit denen du lachen und weinen kannst, mit denen authentische Begegnungen möglich sind. Teilt eure Sorgen, Ängste und Hoffnungen miteinander, wenn auch vorerst nur virtuell. Unterstützt euch in euren Prozessen, sprecht einander gut zu. Auch Beziehungen zu fremden Menschen dürfen jetzt eine neue Tiefe bekommen. Lasst uns einander öffnen und Zusammenhalt neu definieren!


Ich glaube: Wenn es uns gelingt, achtsam und liebevoll durch jeden einzelnen Tag zu wandeln, dann ist das Gute, das Neue schon mitten unter uns!


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© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com