• Buchebner Julia

Radical Awareness: 4 Wege, mit Bewusstsein den Konsumwahn zu stoppen


„Wachstum, Wachstum, Wachstum!“ Das ist das Paradigma, das sich tief in unsere westliche Seele eingebrannt hat, und um das sich heutzutage alles dreht. Die Wirtschaft muss wachsen, die Gewinne müssen wachsen, die Produktion gehört gesteigert und der Konsum angekurbelt. Während Wachstum noch immer für die meisten Machthaber und Entscheidungsträger die Lösung für alles zu sein scheint, wird gleichzeitig die Kehrseite des Ganzen immer deutlicher: es wachsen auch die sozialen Ungleichheiten, die seelischen und körperlichen Krankheiten sowie die ökologischen Probleme.


Wie können wir diesen Wachstums-Wahnsinn stoppen? Was können wir als einzelne Individuen tun?


Wenn wir mal die ganzen politischen Maßnahmen bei Seite lassen, die für einen systemischen Umbau notwendig wären, und nur uns selbst betrachten, so entdecken wir, dass UNSER BEWUSSTSEIN DER SCHLÜSSEL für ein nachhaltiges Leben ist!

Und damit meine ich nicht nur das Bewusstsein und das Wissen um die ganzen Probleme in der Welt, die sich durch den übermäßigen Konsum ergeben - auch wenn das natürlich sehr wesentlich ist.


Heute möchte ich noch tiefer gehen und weitere 4 Bewusstseinsaspekte durchleuchten, die uns zu einem wirklich bewussten, freudvollen und freien Lebensstil verhelfen können:

1. Bewusstsein über das, was du wirklich brauchst:

Suffizienz ist der Fachbegriff für „das rechte Maß“ und wird gerne als Lösung für den Konsumwahn zitiert. Aber was ist das rechte Maß? Woher wissen wir denn, wann genug ist und was wir tatsächlich für ein gutes Leben brauchen? Ist es nicht so, dass uns die Werbung und oft auch unser soziales Umfeld ständig suggerieren, was wir nicht noch alles bräuchten und haben müssten? Bewusstseinsarbeit kann uns helfen, unsere eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und die Strategien zu erforschen, mit denen wir sie normalerweise befriedigen. Wenn du z.B. das Bedürfnis nach Freiheit hast, dann kannst du es mit einer Reise nach Asien befriedigen, aber genauso gut auch mit einem Trip auf den Großglockner oder mit einem freien Abend, den du dir selbst schenkst, Zeit nur für dich. Wer bewusst reflektiert erkennt relativ schnell, dass die meisten unserer Bedürfnisse zwischenmenschlicher, geistiger oder seelischer Natur sind und sich nur schlecht bzw. nur kurzfristig durch materiellen Konsum befriedigen lassen. Sie werden sich immer wieder melden, bis wir sie im Kern erkennen und den Kreis durchbrechen: „Ah, was ich brauche ist Liebe, ist Freundschaft! Kein Kleid der Welt kann mir das geben.“

2. Bewusstsein über das, was du wirklich willst:

Was willst du wirklich im Leben? Was treibt dich an, was motiviert dich? Sind es Geld, Erfolg oder Anerkennung? Oder sind es die Momente in der Natur, die Qualitätszeit mit der Familie, der Flow bei den Hobbies? Durch innere Arbeit können wir uns klar werden über unsere Werte, über das, was uns wirklich wichtig ist im Leben. Dann merken wir vielleicht, dass wir lange etwas hinterhergelaufen sind, was uns eigentlich gar nicht wichtig war, von dem wir aber dachten, dass wir es wollten, weil es andere auch so machen. In solchen Momenten kann unser Lebensstil ganz schnell eine andere Richtung einschlagen. Dann schrauben wir vielleicht die Arbeitszeit runter und verzichten auf ein paar Hundert Euro, dafür aber haben wir mehr Zeit für die Dinge, die uns Spaß machen und wirklich am Herzen liegen. Wer Klarheit hat über das, was er wirklich will, der bekommt die Wahl über sein Leben und entscheidet selbst, wie er leben will, ohne sich von externen Meinungen und Normen beeinflussen zu lassen.

3. Bewusstsein über das, was du wirklich kannst:

Menschen, die nicht wissen, was sie können, stehen der Welt auch nicht in ihrer vollen Größe zur Verfügung. Das Sich-Selbst-Klein-Halten ist zu einer Volkskrankheit geworden und wirkt sich auch negativ auf unsere Umwelt aus. Denn wenn wir nicht wissen, was unser Beitrag ist und wozu wir imstande sind, können wir der Welt auch nicht voll dienen. Durch die Innenschau können wir herausfinden, was wir wirklich können und beginnen, unsere Fähigkeiten und Talente mit anderen zu teilen. Dadurch bereichern wir die Welt und bringen unsere Freude, unser Strahlen, unsere Liebe hinaus. Wir dürfen nicht vergessen, dass dieser „energetische Fußabdruck“ mindestens genau so wichtig ist wie der ökologische. Wir wollen ja nicht nur in einer ökologisch intakten Welt leben, sondern auch in einer, wo die Menschen ihre Potenziale entfalten, kraftvoll und in Freude leben, oder?

4. Bewusstsein über das, wer du wirklich bist:

Vielleicht finden es manche übertrieben, wenn ich sage, dass die meisten von uns gar keine Ahnung haben, wer sie in Wahrheit sind. Wir glauben wir wären nur ein Fleischklops, ein Körper mit festen Grenzen, der sich auf der Welt behaupten und hier überleben muss. Dabei sind wir so viel mehr. Unser Geist ist weit und kreativ, unser Herz gütig und offen, unser Licht göttlich und unsere Seele unermesslich. Egal wieviel wir materiell besitzen, wir sind immer unendlich wertvoll. Keine Konsumgüter der Welt können unseren intrinsischen Eigenwert heben oder schmälern. Wer das verstanden hat, kann aufhören, sich durch Konsum erhöhen oder betäuben zu wollen und anfangen, sich einfach so zu lieben wie er eben ist: wundervoll, liebenswürdig, stark. Da passt das Zitat von Caroline Caldwell gut:

„In a society that profits from your self doubt, loving yourself is a rebellious act.”

Ja, sich selbst kennen und lieben zu lernen, ist in vielerlei Hinsicht positiv für uns, für unser Leben, für unsere Umwelt. Die Welt braucht bewusste Menschen, die wissen, was sie brauchen, wollen, können und sind. Solche Menschen SIND bereits die Veränderung, sie SIND bereits das Neue. Und aus meiner Sicht sind systemische Veränderungen in Richtung nachhaltiger und bewusster Wirtschaft dann nur mehr eine logische Folge.


Ich freue mich über eure Kommentare & Erfahrungen zu dem Thema!

0 Ansichten
Verpasse keine Artikel, Meditationen oder News und trage dich hier in den Newsletter ein! Zusendung ca. 1-2 Mal pro Monat.
  • Facebook Social Icon
  • YouTube

© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com