• Buchebner Julia

Nähre dich! Über die Notwendigkeit der Selbstfürsorge & wie wir sie kultivieren


Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“ sagte einmal ein sehr weiser Mensch vor über 2000 Jahren. Wenn wir heute von Nächstenliebe sprechen oder etwas aus Nächstenliebe tun, dann wird das generell sehr positiv gesehen und als etwas Ehrenhaftes anerkannt. Sprechen wir hingegen von Selbstliebe oder Selbstfürsorge, dann verwechseln das viele mit Selbstsucht, Narzissmus oder Egoismus. Es ist einfach nicht üblich, sich selbst Gutes zu tun, sich selbst nah zu sein oder sich selbst zu lieben.


Die Konsequenz daraus sind Menschen, die sich regelrecht durchs Leben peitschen. Wir verlangen heute maximale Leistung, maximalen Erfolg und arbeiten dafür hart. Wir kritisieren uns selbst, verurteilen unsere Schwächen und erlauben uns keine Fehler. Wir wollen andere beeindrucken, Lob und Anerkennung erhaschen, aber für uns selbst haben wir meist kein nettes Wort. Gerade Menschen mit hohem Idealismus glauben oft, sie müssten möglichst viel geben und dürften nur möglichst wenig nehmen. Wir opfern unsere Zeit und unsere Energie für die Anliegen anderer und brennen uns damit selber aus.


Dabei hat sich der liebe Jesus doch bestimmt etwas dabei gedacht, als er seinem Spruch den Zusatz „wie Dich selbst“ angehängt hat! Meinst du nicht?


Ich denke wir müssen verstehen, dass es uns primär selber gut gehen muss, wenn wir im Außen erfolgreich wirken wollen!

Wie wollen wir für andere sorgen, wenn wir nicht wissen, wie wir gut für uns selbst sorgen können? Wie wollen wir anderen unsere Kraft und unseren Elan schenken, wenn wir selber am unteren Limit kriechen? Wir brauchen eine starke und kraftvolle Basis, auf der unser Wirken aufbauen kann! Nur wenn wir uns gesund und glücklich fühlen, haben wir auch die nötige Energie, um uns für andere Menschen oder Themen einzusetzen. So wird das eigene Wohlergehen zu einer wichtigen Voraussetzung für das Wohlergehen anderer.


Aktive Selbstfürsorge ist ein wichtiger Schlüssel hierfür. Doch was ist das und wie geht das?


Selbstfürsorge wird aus der Selbstliebe geboren. Weil ich mich selbst schätze, sorge ich für mich. Weil ich mich selbst kenne, höre ich auf mich. Weil ich mir selbst wichtig bin, respektiere ich meine Grenzen.

Selbstliebe ist eine wertschätzende Hinwendung zur eigenen Person, unabhängig von jeder Bedingtheit wie Leistung oder Verhalten. Es bedeutet, verständnisvoll und geduldig mit sich selbst zu sein. Es heißt sich zu loben, wenn etwas gelungen ist und sich auch mal bestärkend mal auf die eigene Schulter zu klopfen. Es heißt seine körperlichen, geistigen und emotionalen Bedürfnisse zu achten und sich selbst ein guter Freund zu sein. Es heißt sich selbst anzunehmen, mit allem was uns ausmacht – mit unseren Stärken UND Schwächen, mit unserer Wachheit UND Unbewusstheit. Ein sich selbst liebender Mensch weiß, was ihm guttut und was nicht. Er übernimmt Verantwortung für das eigene Leben, sorgt sich um sein Glück und gibt alles dafür, ein erfüllter Mensch zu sein.


Das alles ist natürlich leichter gesagt als getan!

Wir sind es ja nicht gewohnt, wirklich wertschätzend und fürsorglich mit uns selbst umzugehen! In der Praxis fallen wir schnell wieder in alte Muster von Selbstkritik, Selbstzweifel oder Selbstüberforderung zurück.


Wie also können wir Selbstfürsorge leben und unsere inneren Kraftquellen gesund erhalten, sodass wir auch mit guter Kraft nach außen gehen können?

Auch wenn ich selbst darin kein Profi bin, teile ich mit Dir mal meine persönlichen Ansatzpunkte dazu 😉 Ich finde es ja praktisch, 3 Ebenen zu betrachten:

1) Den Körper nähren

Welches Essen tut dir gut und was nicht? Was macht dich fit und munter? Welche Angewohnheiten schaden dir? Wieviel Schlaf brauchst du und gönnst du ihn dir auch? Schenkst du dir ausreichend Bewegung und Ruhepausen? Was immer dein Körper braucht, gib es ihm! Erfülle dir deine Bedürfnisse und wahre deine Energiereserven. Sag rechtzeitig Stopp, wenn dir etwas zu viel wird. Ein gesunder Körper ist die Basis für alles. Also respektiere und pflege ihn entsprechend!

2) Den Geist beflügeln

So wie dein Körper Hygiene und gute Nahrung braucht, so braucht das auch dein Geist. Also sei selektiv und wähle bewusst. Welche Menschen regen dich an und welche ziehen dich runter? Welche Medien ermutigen dich und welche schüren deine Angst? Wovon träumt dein Geist? Von der Eroberung neuer Horizonte? Oder vom Abschalten und der Stille? Fokussiere dich auf das, was dich beflügelt, inspiriert, erbaut. Es gibt ohnehin genügend Dinge, die uns hinunterziehen. Dort wo du kannst, wähle die Wachheit, den Frohsinn, das Bestärkende.

3) Das Herz stärken

In unserem Herzen liegt eine ungeheure Kraftquelle verborgen. Wenn wir diese Quelle pflegen und unser Herz zum Strahlen bringen, dann leuchten wir auch der Welt! Also was nährt dein Herz wirklich? Ist es die Zeit mit deinen Liebsten? Eine sinnstiftende Arbeit? Ein hingebungsvoller Tanz? Eine bestärkende Botschaft an dich selbst? Fühle immer wieder hinein und frage, wie es deinem Herzen geht und was dein Herz heute braucht. Weißt du, niemand kennt dich so gut wie du selbst! Also sei dir selbst dein bester Freund! Nur so können wir auch der Welt weise und liebevolle Freunde sein.


Zum Abschluss noch eine kleine Übung für dich:

Nimm Papier & Stift zur Hand und notiere deine Antworten zu diesen 3 Fragen:

Was nährt meinen Körper? Was beflügelt meinen Geist? Was stärkt mein Herz?

Schreibe ungefiltert alles auf, was dir einfällt. Lass dich von deinen eigenen Antworten überraschen. Dann reflektiere, was du dir davon bereits erfüllst und wovon du dir zu wenig gönnst. Setze dir dann ein Ziel, zum Beispiel wöchentlich mindestens eine dieser Sachen umzusetzen.


Ich wünsche dir viele gute Erkenntnisse :-)

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© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com