• Buchebner Julia

EcoAnxiety: Von der Zukunftsangst in die Ermutigung

5 Strategien, wie du auch in Krisenzeiten positiv, motiviert und ermutigt bleibst!



Wer kennt das nicht? Wir hören oder lesen Nachrichten über schlimme Ereignisse in aller Welt und viele Sorgen machen sich in uns breit: Wie soll das alles weitergehen? Wohin führt das alles noch? Welche Zukunft können wir erwarten?


Angesichts der vielen Krisen unserer Zeit ist es zunehmend schwieriger geworden, ein wirklich positives Bild von der Zukunft zu wahren. Gerade auch junge Menschen und Studierende, die sich mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen, spüren zunehmend mehr Besorgnis um den Zustand der Welt. Ohnmachtsgefühle, innere Unruhe & wahrgenommene Hilflosigkeit nehmen zu und man weiß gar nicht mehr, wo man selbst anfangen kann. Auch Studien der letzten Jahre belegen die steigende Zahl an Zukunftsängsten und depressiven Verstimmungen, die u.a. auf die wachsende Umweltzerstörung zurückzuführen sind (z.B. Deloitte-Studie, 2020; SOS-Kinderdorf Studie, 2020; DUK-Studie, 2021)


In diesem Kontext sind emotionale Resilienz, mentale Gesundheit, Selbstwirksamkeit und Zuversicht wichtige innere Ressourcen, um trotzallem handlungsfähig, motiviert und gesund zu bleiben.


Doch wie gelingt das? Welche Strategien gibt es, um angesichts der Krisen nicht in Angst und Schrecken zu verfallen, sondern resilient und wirkmächtig zu bleiben?

Genau darauf möchte ich in diesem Artikel eingehen. Doch davor noch ein paar Basic Informationen zu Zukunftsängsten.


Was sind Zukunftsängste eigentlich?

Laut Duden werden Zukunftsängste als „Angst vor der Zukunft“ beschrieben. Sie umfasst alle Dinge, die auf uns zukommen können oder nicht. Angst vor Veränderung, vor Ungewissheit, vor den Auswirkungen unserer Entscheidungen und vor dem „Worst-Case-Szenario sind damit eng verwandt. Eco-Anxiety (bzw. im deutschen „Öko-Angst“) wiederum wird von der American Psychological Association (APA) definiert als „eine chronische Angst vor dem Untergang der Welt“. Sie umschreibt einen Geisteszustand, der zunimmt, wenn wir beobachten, wie sich die beängstigenden Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung entfalten.


Woher kommt Eco-Anxiety & wie äußert sie sich?

Viele von uns wissen heutzutage, was alles notwendig wäre, um eine nachhaltige Zukunft zu erschaffen. Gleichsam werden von EntscheidungsträgerInnen nur unzureichende Maßnahmen gesetzt, um den Folgen des Klimawandels und der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten. Diese Diskrepanz kann lähmend wirken und Ohnmachtsgefühle und Sorgen hervorrufen. Zudem kann die stetige Flut von Katastrophennachrichten über Waldbrände, Überschwemmungen, Öltankerunfälle, Artensterben & Co unsere Angst und unsere Trauer verschlimmern. Auch persönliche Erfahrungen mit Umweltkatastrophen (zB Hitzewelle, Dürre, etc.) kann uns ängstigen.

EcoAnxiety kann sich u.a. in intensiver Sorge und Grübeln, Angstgefühlen und Panikattacken, Schlaflosigkeit oder in Gefühlen von Traurigkeit, Verlust, Schuld und Hoffnungslosigkeit äußern.


Wie können wir konstruktiv mit Zukunftsängsten umgehen?

Ich habe viel Literatur zum Thema gelesen und mit den „5 A´s“ fünf Strategien im Umgang mit Zukunftsängsten für dich zusammengefasst:


1. Akzeptanz
2. Austausch
3. Achtsamkeit
4. Anschauung
5. Aktiv werden

Akzeptanz: Bejahen statt Verleugnen

Oft wollen wir uns Dinge schönreden und uns mit „positiv denken“ beruhigen, doch das funktioniert auf Dauer nicht. Solange wir Gefühle verleugnen, bleiben wir unbewusst darin gefangen. Nur was wir anerkennen, können wir auch verändern. Darum ist es wichtig, ehrlich hinzusehen und wahrzunehmen: Wie geht es mir gerade? Was fühle ich? Wenn wir unsere Gefühle anerkennen, sie reflektieren und verstehen lernen, legen wir die Basis für ihre Transformation. Auch aus der Hirnforschung wissen wir, dass wir wieder klar denken können, sobald wir unsere Ängste benennen und ihnen einmal den Raum geben, einfach da zu sein.


Austausch: Geteiltes Leid ist halbes Leid

Wir Menschen sind Beziehungswesen. Wir brauchen soziale Kontakte, Verbundenheit, gute Beziehungen, Umarmungen. Wir brauchen Menschen, die uns unterstützen, zuhören, verstehen. Unser soziales Netz ist ein wichtiger Resilienzfaktor! Auch bei Zukunftsängsten kann das offene Gespräch mit Gleichgesinnten sehr heilsam sein. Und oft erkennt man dann: Ich bin damit nicht allein, andere fühlen auch so! Und das kann erleichternd sein. Manchmal ist auch der Austausch mit einem/r erfahrenen Therapeuten/in sinnvoll.


Achtsamkeit: Die innere Basis stärken

Achtsamkeit gilt schon lange als zentraler Schlüssel zur Stressbewältigung, Emotionsregulation und zur Resilienzsteigerung. Sie kann uns dabei helfen, innerlich zentriert zu bleiben und in den gegenwärtigen Moment zurückzukehren, wenn uns Sorgen und Ängste einmal in die Zukunft fortreißen wollen. Einen inneren Anker zu haben, wo wir uns geerdet, ruhig und klar fühlen, ist wichtig – doch muss auch trainiert werden! Ein Weg hierfür sind Achtsamkeitsmethoden wie etwa Meditation. Aber auch Selbstfürsorge ist wichtig: Was tut mir gut? Was stärkt mich? Was brauche ich, damit ich gut in meiner Kraft sein kann? Seine Kraftquellen zu kennen und zu nutzen, ist essentiell, um die innere Basis stark und gesund zu halten.


Anschauung: Positiv in die Zukunft blicken

Für Optimisten ist das Leben leichter, sie sind gelassener, entspannter und blicken zuversichtlicher in die Zukunft. Doch kann man sich das aussuchen? Jein! Natürlich prägen unsere Eltern, persönliche Erlebnisse und unser Umfeld, ob wir die Welt positiv oder negativ wahrnehmen. Aber sie sind uns nicht angeboren, wir können sie verändern! Und wie? 1.) Sinnfindung: d.h. indem wir unsere Bewertung über gewisse Dinge ändern. Für denen einen ist eine Erkältung ein kleiner Weltuntergang, für den anderen eine Chance, endlich mal wieder auszuruhen. Frage dich also: Welche positiven Dinge kann ich auch in vermeintlich negativen Situationen finden? Was daran könnte auch „gut“ sein? 2.) Dankbarkeit. Kaum etwas hebt die Stimmung so schnell als uns bewusst zu machen, was wir bereits alles haben. Was gibt es Gutes in meinem Leben, in der Welt? Wofür kann ich jetzt dankbar sein? 3.) Psychohygiene. Gewinne Abstand zu allem, was negative Bilder in dir erzeugt (zB Social Media, etc.). Fokussiere dich lieber auf positive Zukunftsbilder & Visionen. Wie soll die Zukunft aussehen, in der ich einmal lebe? Wo setzen Menschen bereits gute Lösungen um? Positive Zukunftsvisionen können wie Leitsterne sein, die uns Mut und neue Hoffnung schenken.


Aktiv werden: An konkreten Lösungen mitwirken

Mach dir bewusst: Du gestaltest die Zukunft mit! Mit jedem Wort, mit jeder Entscheidung, jedem Einkauf, hast du einen Einfluss. Also wo und wie willst du zu einer Lösung beitragen? Wozu bist du gerufen? Wo treffen deine Fähigkeiten auf die Bedürfnisse der Welt? Anstatt die ganze Welt auf einmal retten zu wollen, stecke deinen Wirkungsbereich klar ab, und verschreibe dich dem ganz! So wirst du stetige Erfolgserlebnisse ernten und damit wächst die Gewissheit in dir, wirklich einen Impact zu haben. Und genau das braucht es, um Ohnmacht zu überwinden und wahre Wirkmacht zu entfalten.


Praktischer Hinweis

Gut, ich hoffe, dass ich dir mit den 5 A´s im Umgang mit Zukunftsängsten weiterhelfen konnte! Zusammen mit meinem Partner Stefan biete ich das Ganze übrigens auch als Halbtages bzw. Ganztagesworkshop an: „Eco-Anxiety: Von der Zukunftsangst in die Ermutigung“. Dabei machen wir auch zahlreiche praktische Übungen und geben dir verschiedene Tools und Methoden für Zuhause mit!


Den Workshop kannst du für deine Organisation, NGO, Firma, Freundeskreis, etc. gerne buchen! Schreib mir einfach unter julia@zukunftsalchemie.at


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