• Buchebner Julia

Brauchen wir Katastrophen um aufzuwachen?

Was uns Klimawandel, Artensterben & Co wirklich sagen wollen.

Eigentlich wollte ich zu Beginn dieses Jahres mit ganz vielen positiven und bestärkenden Beiträgen starten. Doch dann kam „etwas“ dazwischen: Ein Australien in Flammen.

Und damit eine unglaubliche Welle an Erschütterung, Trauer und Entrüstung, die – wieder einmal (wir denken an die Brände im Amazonas) – durch unsere Gesellschaft rollt. Über eine Milliarde (!!) Tiere sind verbrannt, Dutzende Menschen ums Leben gekommen und ganze Landstriche und Dörfer verwüstet.

Unzählige Menschen auf der ganzen Welt nehmen Anteil, sie bekunden ihr Entsetzen, beten für Regen oder prangern an. Sie sind emotional betroffen. Und ganz ehrlich: das ist auch gut so!


Denn solange diese Betroffenheit keine temporäre Erscheinung bleibt, die mit Ende der medialen Berichterstattung ebenso zu Ende geht, birgt sie in sich eine unglaubliche Chance auf echte Veränderung!


Blicken wir einmal zurück: Es wurden schon sooo viele Strategien „ausprobiert“, um ein gesellschaftliches Umdenken auszulösen. Jene, die es mit Empowerment und Mut-Machen versuchten. Jene, die auf politische Entscheidungen hofften. Jene, die an die Vernunft appellierten und mit wissenschaftlichen Fakten zu überzeugen versuchten. Jene, die auf die Kraft von Demonstrationen und des zivilen Ungehorsams setzten.

Auch wenn es natürlich immer ein Umdenken Einzelner gab und auch jeder Einzelne zählt, so war der Lerneffekt gesamtgesellschaftlich gesehen bisher doch eher gering. Wir haben es als Gesellschaft immer wieder geschafft, ökonomischen Gewinn vor die Nachhaltigkeit zu stellen. Wir haben es immer wieder geschafft, uns alles schönzureden. Und wir haben es immer wieder geschafft, uns einlullen zu lassen von tausend anderen To-Do´s, Ablenkungen und Nichtigkeiten.


Tja und wen wundert es da, wenn es nun an der Zeit ist, größere Geschütze aufzufahren?

Wen wundert es, wenn Mutter Erde sich anderweitig Gehör verschaffen muss? Wen wundert es, wenn es nun mächtigere Strategien braucht, wie etwa solche der großflächigen Zerstörung? Mich nicht. Denn:

„Wer nicht hören will, muss fühlen“

besagt ja auch schon eine uralte Redensart, die gerade in diesem Zusammenhang einen besonders bitteren Beigeschmack bekommt.


Aber worauf sollten wir nun hören? Und was sollten wir fühlen?


Ich persönlich glaube, auf den Ruf von Mutter Erde sollten wir hören und auf die Botschaft, die hinter der Katastrophe liegt:

Wacht endlich auf! Wacht auf aus der Illusion der Trennung! Erkennt eure Verwandtschaft mit allem Lebendigen!

Alles ist mit allem verbunden. Nichts kann getrennt vom Ganzen existieren. Klimawandel, Artensterben, Brände, Plastikverschmutzung, Öltankerunfälle, etc. halten uns auf planetarer Ebene einen großen Spiegel vor. Wir dürfen und müssen darin erkennen, dass wir EINE Menschheit auf EINEM lebendigen Planeten sind und dass wir ALLES Leben um uns herum brauchen, um uns gesund und nachhaltig entwickeln zu können.


Je länger wir festhalten an einem alten, mechanistischen Bild der Trennung – das unterteilt in „mein“ und „dein“, in „hier“ und „weit weg“, in „Mensch“ und „Natur“ – desto mehr Weckrufe wird es brauchen und desto mehr Opfer wird es uns kosten.


Denn das große Ganze WILL, dass wir aufwachen! Das Leben WILL, dass wir lernen und uns entwickeln! Der Planet WILL, dass wir zu unserer inneren Natur zurückfinden!


Wir sind nicht hier um als verlorene, fragmentierte „Fleischklöpschen“ irgendein erbärmliches Dasein zu fristen! Mein Gott wir sind hier um die unbändige Freude, die tiefe Sinnhaftigkeit und die nährende Liebe, die wir aus der Verbundenheit mit dem großen Ganzen schöpfen können, auszudrücken und zu feiern! Wir sind hier um das Leben zu zelebrieren – in all seinen Formen und Gestalten! Wir sind hier um die Schöpferkraft in uns zum besten Wohle aller einzusetzen!


Niemand sagt, dass der Weg, der dorthin führt, leicht wird. Es werden spannende und herausfordernde Zeiten werden. Und die Aufgaben, die auf uns zukommen, sind alles andere als trivial: von der Konkurrenz zur Kooperation. Vom Nationalstaat zur Weltgemeinschaft. Vom Egoismus zur Solidarität. Von der Zerstörung zur Bewahrung. Von der Profitgier zur Verantwortung. Vom Krieg zum Frieden. Von der Angst zur Liebe.


Das ist die Entwicklung, die die Weltgemeinschaft gehen darf, wenn sie sich dazu entscheidet. Das ist die große Prüfung, vor die uns Mutter Erde stellt. Das ist der Ruf, auf den es jetzt zu hören gilt. Das ist die Vision, auf die wir hinarbeiten müssen.

Und das ist auch die Zukunft, auf die wir hoffen dürfen, wenn wir Katastrophen wie aktuell in Australien als gesamtgesellschaftlichen Weckruf und als Chance verstehen, anstatt uns zu verkriechen und den Kopf in den Sand zu stecken!

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© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com