• Buchebner Julia

Über die Angst sich zu zeigen

Und über den Mut, den wir für die Nachhaltigkeit so dringend brauchen.

Mannomann! Was habe ich geschwitzt und mir in die Hosen gepfeffert (im übertragenen Sinne), als ich genau vor 10 Tagen vor dem „Posten“-Knopf saß und wusste, wenn ich jetzt drücke, dann ist das Video draußen und alle meine Facebook-Freunde und KollegInnen können mich sehen und reden hören über mein Herzensthema und über den Launch meines neuen Blogs. Dann gibt es kein Zurück mehr. Dann bin ich exponiert. Dann kann alles passieren, und ich kann es weder vorhersehen noch kontrollieren.


So, und was hat das jetzt mit Nachhaltigkeit zu tun?


Naja, in der Nachhaltigkeit geht es doch auch darum: etwas Neues zu wagen, neue Systeme und Methoden zu erdenken, Alternativen zu schaffen und gesellschaftlich neue Wege zu beschreiten. Wir werden den Mut von vielen vielen einzelnen Menschen brauchen, um das zu schaffen! Den Mut, neue Geschichten zu schreiben. Den Mut, anders, bunter, schräger und wacher zu denken. Den Mut, über bestehende Konventionen hinauszugehen und das zu machen, woran man glaubt.


Und das alles macht auch ANGST!

Denn niemand ist den Weg zuvor gegangen und niemand kann dir sagen wohin er führt. Er kann in eine Sackgasse führen oder bedeutend werden für Millionen von Menschen. Du weißt es nicht. Und du weißt auch nicht was andere von dir halten werden, während du dich auf den Weg begibst. Du exponierst dich, du bist verwundbar und du musst es gegebenenfalls aushalten, kritisiert oder sonst was zu werden.


In der Geschichte war es häufig so, dass Menschen mit neuen Ideen zunächst auf Ablehnung stießen. Man denke an den Erfinder des Computers, Konrad Zuse, dessen Potenzial anfangs niemand erkannte. Oder an das heliozentrische Weltbild von Nikolaus Kopernikus, das vom „Establishment“ rigoros abgelehnt wurde. Oder aktuell an Greta Thunberg, bei der wir hautnah mitbekommen, wieviel Ablehnung und Hass eine Person ernten kann, wenn sie eine unpopuläre (aber eigentlich korrekte und zentrale) Botschaft vertritt.


In diesem Sinne: JA! Das Risiko abgelehnt zu werden ist real und muss mit reingenommen werden. Wir kommen nicht drum herum, uns dem zu stellen und die Komfortzone zu verlassen. Die meisten Menschen hassen das. Darum wagen wir es in der Regel auch nicht.

Aber irgendwann kommt der Tag, „da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde als das Risiko, zu blühen“, wusste auch schon die Schriftstellerin Anaïs Nin.

Und wenn dieser Tag kommt, setzen wir den alles entscheidenden Schritt.


Doch wie gehen wir dann mit den aufkommenden Ängsten um und wie finden wir den Mut, weiterzugehen?


Zuerst scheint es mir wichtig, Methoden bei der Hand zu haben, die uns erlauben, mit den Gefühlen der Angst, der Scham, der Blöße, etc. konstruktiv umzugehen, sprich: sie zu integrieren statt zu unterdrücken. Die 7 Herzschlüssel von Safi Nidiaye oder andere Methoden der Schattenarbeit (z.B. Grinberg, Coaching, holotropes Atmen, Meditation, etc.) sind hier m.E.n. das beste und erste Mittel der Wahl 😉 Fühlen, atmen, wahrnehmen, da sein lassen.


Dann geht es darum, uns fest mit jenen Kraft- und Mutquellen zu verbinden, die uns motivieren weiterzugehen. Das kann zum Beispiel dieses innere Feuer sein, das genau weiß WOFÜR es brennt. Das kann diese Stimme im Herzen sein, die uns flüstert welcher nächste Schritt der Richtige ist. Das kann die eine große Lebensvision sein, die man unbedingt umsetzen möchte. Oft sind es auch gleichgesinnte Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, inspirieren und Mut machen.


Und schließlich dürfen wir vertrauen. Darauf, dass wir immer und zu jeder Zeit Unterstützung bekommen - in Form anderer Menschen oder höherer Fügung - sobald wir unseren ureigenen Weg angetreten sind. Darauf, dass uns die Freude und die Lebendigkeit, die unweigerlich folgen, für die anfängliche Angst entschädigen werden. Und darauf, dass wir letztlich glücklichere Menschen sein werden, wenn wir das Leben so verbringen, wie es für UNS stimmig ist und nicht für die anderen.

In diesem Sinne: Just go for it! Was immer es ist. Die Welt braucht mutige, wache, glückliche und lebendige Menschen!
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© 2019 von Julia Buchebner; Bilder von Pixabay.com